Gepfeffertes - Sprache gut gewürzt

Es wirkt das Wort in Ohr und Seele

Seit Jahren schon gewohnter Abschluss im Dezember: ein Blick zurück im wilden Mix aus Weltnachrichten, Kuriositäten, Sport und Privatem. Zwei Zwölftel ragen dabei allerdings 2019 deutlich heraus.


Jahresrückblick 2019


 

Mein Lieblingssatz des Jahres stammt diesmal aus einem Cartoon. Auf dem ist die Begegnung von Greta Thunberg mit dem twittersüchtigen, grobporigen Narzissten in Washington zu sehen, die es ja in Wirklichkeit nie gab. Der sagt zu ihr in bewährter Manier und Haltung: „I’m great!“ Sie schaut ihn gelassen an und sagt: „I’m Greta.“ Welch ein Volltreffer in der Aussage. Und über den peinlichsten Präsidenten der Weltgeschichte ever ist damit auch in dieser Rückschau fast alles vermerkt. Die Schwedin hingegen hat meinen vollen Respekt. Sie wird freitags allerdings noch weiter für unsere Zukunft ackern müssen, denn die jüngste Klimakonferenz in Madrid hat gezeigt, dass eine weltweite Verständigung auf gemeinsame Ziele noch unglaublich fern ist. Und dass, wo wir eigentlich keine Zeit mehr haben.

Bildes des Jahres 2019, Aoraki / Mount-Cook-Nationalpark, NeuseelandFoto: Robert Pfeffer


Bevor die auch für mich knapp wird, hab ich mir - zusammen mit meiner Liebsten – einen seit Teenie-Tagen gehegten Traum erfüllt: Ins Land der großen weißen Wolke zu fliegen (so nennen die Maori es). Es war unser Jubiläums-Trip, das Ziel, an dem meine beste Ehefrau von allen und ich 25 Jahre gemeinsamen Weges durch das Leben feierten: Neuseeland. Bis heute überstrahlen die ersten beiden Monate von 2019 drum die anderen. Selbst jetzt am Jahresende noch. Es war schlicht die großartigste Reise bisher.


Der gewohnte Mix aus privaten und öffentlichen Ereignissen ist trotzdem weiterhin das Salz in der Rückblickssuppe. Und doch muss das Bild meines Jahres aus Kiwi-Land kommen. Es ist der Blick vom Tasman-Glacier Viewpoint zurück in den Aoraki-Mount Cook-Nationalpark. Ein faszinierend weites Tal mit einer regelrechten Schnittkante, an der die Berge beginnen. Und ins Tal legt sich, zum Land passend, eine große weiße Wolke. Ein magischer Moment ...


Januar


Noch bevor wir auf die andere Seite der Erde starten, ist der Jadehase gelandet. So hieß das Mondfahrzeug. The dark side of the moon wird zuerst von den Chinesen behoppelt. Ob die chinesische Mauer von dort zu sehen ist? Wir haben uns hingegen, mitten im längsten amerikanischen Shutdown der Geschichte, voller Vertrauen in unsere Reisefähigkeiten auf den Weg gemacht. Acht Wochen weg von daheim, das war auch für uns ein Novum. Am 7. Januar der Start in Frankfurt bei 4 Grad, die Landung in Singapur bei 31. So geht Kontrast. Singapur sei, so hörten wir, Asien light, weil der kleine Stadtstaat so sauber, so organisiert und sicher ist. Wir können und wollen dieser Einschätzung mangels Vergleich nicht widersprechen, fühlen uns aber genau deshalb trotz der klimatischen Bedingungen gleich wohl. Ok, ein bisschen liegt es gewiss auch an der Unterkunft. Das siebensternige Marina Bay Sands sprengt alles, was wir bislang an Hotel erlebt haben. Die Erinnerung an unser Zimmer in Etage 38 des Mittel-Turms mit Blick auf die Bucht lässt mir auch nach fast einem Jahr noch den Atem stocken.


Daheim erklärt der Verfassungsschutz den Flügel der AfD zum Verdachtsfall. Man hat den Verdacht, dass der Neigungswinkel des Höcke-Grußes nicht ausreichend vom Gruß seines großen Vorbildes abweicht, was wiederum für eine gewisse Neigung des Herrn aus Thüringen spräche. Es beschleicht mich das Gefühl, ausnahmsweise schon mehr zu wissen als der Verfassungsschutz. In Singapur derweil bewegen wir uns von Mall zu Mall durch die Stadt. Einzig der stetige Wechsel zwischen klimatisierten Einkaufszonen und gefühlten 178 Prozent Luftfeuchtigkeit draußen macht einen touristischen Tag an verschiedenen Sehenswürdigkeiten möglich. Und dann natürlich der berühmte Infinity Pool auf dem Dach des Hotels. Baden in 200 Metern Höhe über der Millionenmetropole. Es gehört schon zu den bizarren Bildern, dass dort alle, sieht man von Kindern ab, mit dem Handy ins Wasser gehen, um ihr Planschen fotografisch festzuhalten. Außer Singapur und einen Besuch ausdrücklich zu empfehlen, möchte ich noch den Flughafen hervorheben. Ohne die meisten anderen auf dem Globus zu kennen: Changi ist vermutlich der angenehmste weltweit. Ich leg mich einfach fest!


Es ist der 12. Januar, irgendwas roundabout 11 Uhr Ortszeit am Vormittag, als wir in Christchurch zum ersten Mal neuseeländischen Boden betreten. Ich gestehe: als nach mehr als vier Jahrzehnten Vorlauf ein Traum in Erfüllung geht, da musste auch ein Tränchen sein. Um aber dann gleich danach die Augen weit aufzumachen für dieses fantastische Reiseland. Der 20 km lange, türkise Lake Pukaki, der Aoraki als höchster Berg des Landes, die weltweit größte Ansammlung freilaufender Regenbögen in der Kulisse des Lake Te Anau, ein 360-Grad-Rundumblick auf dem Mount Iron über Wanaka, die zerklüftete Westcoast mit den Pancake Rocks und den Blowholes, der Abel-Tasman-Nationalpark mit grün-blauem Meer und orangen Stränden, der Queen-Charlotte- und der Marlborough-Sound ... die Liste ließe sich über mehrere Seiten fortsetzen. Farben und Panoramen, Formen und Details, liebenswerte Menschen, wunderbare Unterkünfte. Wir hätten nicht schöner reisen können. Zum Ende des Monats setzen wir von der Süd- auf die Nordinsel über, drei Tage in der Hauptstadt Neuseelands beschließen den Januar. Ach nein, halt zuhause beschloss ja die Kohlekommission das Ende der Braunkohlenförderung zum Jahr 2038. Ich sag es mal so: Auch da ist irgendwas verdächtig mit dem Neigungswinkel.


Februar


Whenua ist das Maori-Wort sowohl für Land als auch für Plazenta. Die Ureinwohner glauben, dass alles Leben aus der Erde entstanden ist, geformt von Papatuanuku, der Mutter Erde. Derlei Worte mit ungewohntem Klang begegnen einem auch auf der Nordinsel überall. Der schwarze Strand von Waipipi, das liebliche Tal des Whanganui River, das idyllischste Fleckchen ever, der Tupare Park, direkt neben dran der majestätische Vulkan Taranaki, der 140 km lange Forgotten World Highway, Taupo mit seinen unzähligen Attraktionen ringsherum, allen voran dem Geothermal-Park Orakei Korako, ... schon wieder findet die Liste kein Ende. Wir haben einfach keinen Blick dafür, dass die New England Patriots erneut den Superbowl gewonnen haben (gähn), dass Karl Lagerfeld gegangen ist und Green Book den Oscar als bester Film des Jahres bekam. Nein, wir mussten auf den Te Mata Peak, am Cape Kidnappers die Tölpel-Kolonie besuchen, das Eastcape umrunden, fünf Tage Fieber haben (ok, das wäre verzichtbar gewesen), sich der lieblichen Coromandel Halbinsel mit ihren malerischen Buchten und leeren Stränden hingeben.


Und hier war dann auch genau die richtige, die von uns erhoffte, die gewünschte und erfüllte Umgebung für den Anlass dieser Reise. Wir wollten uns silbernes Zusammensein feiern. Seit dem 17. Februar 1994 sind Misses und Mister Pepper ein Paar, seit demselben Tag 1999 sogar verheiratet. Dem Datum angemessen gab es Champagner, gespendet vom Reisebüro und um Häppchen erweitert von den wundervollen Gastgebern Nicole und Graeme. Am 26. Februar dieses Jahres endet die erlebnisreiche Zeit in Antipodien und wir machen uns auf den Heimweg, der wieder über Singapur führt. Dort testen wir noch einmal für zwei Tage in tropischer Hitze die Belastbarkeit unseres Kreislaufes, um dann von über 30 zurück auf knapp über null Grad zu wechseln. Acht Wochen Reise sind zu Ende und es gab keine Scheidungsgründe zu verzeichnen.


Mal unabhängig von allem, was wir gesehen haben ... mich hat die Entspanntheit der Kiwis begeistert. Es heißt, sie dreiteilen das Leben in dreimal acht Stunden täglich: Arbeit, Freizeit und Schlaf. Was wie ein frommer Plan in einer leistungsorientierten Welt klingt, der bei sich selbst überholendem Globalisierungsdruck eh nicht einzuhalten ist, wird dort aber doch weitgehend gelebt. Die Menschen sind zugewandt und fast durch die Bank freundlich. Das Land ist gepflegt und seine Einwohner achten auf es, indem sie es sauber halten, ohne dass man sie dazu auffordern müsste. Das sind die beiden herausragendsten Eigenschaften, die ich daheim wirklich schmerzlich vermisse. Und es ist nicht zu begreifen, warum das hier nicht gelingen will.


März


Drastischer könnte der Wechsel zurück nicht sein. Nicht nur, dass mir daheim sofort die Unfreundlichkeit der meisten Menschen auffällt, auch das Wetter ist der Hammer. Bis Mitte März kein einziger Tag, an dem es nicht regnet und nasskalt ist. Schauderhaft. Beides. Alles. Aber die Rückgewöhnung gelingt schließlich doch, der Alltag richtet es. Am 15. März sind allerdings unsere Gedanken schlagartig wieder dort, wo wir gerade waren, weil in Christchurch ein Irrer um sich schießt. In einer Stadt, die wir als entspannt im Umgang der Kulturen miteinander erlebten. Was ich bis hierhin über das Land und die Leute skizziert habe ... es wird durch diesen Anschlag ins Mark getroffen. Doch ist da die Hoffnung, dass die Menschen sich nicht von ihrer Idee des Zusammenlebens werden abbringen lassen.


Am selben Tag sind Hunderttausende in Europa auf den Straßen, treten für etwas ein, was mit allen zu tun hat. Fridays for future hat den ersten Kontinental-Auftritt, Greta Thunberg ist mit dabei, die mit einem Pappschild vor dem schwedischen Parlament das Fordern einer besseren Zukunft angestoßen hat. Kurz vorher lieferte Sturmtief Eberhard deutliche Argumente, entwurzelte in Deutschland Tausende Bäume. Derweil beschließt Felix Neureuther, künftig nicht mehr öffentlich die Hügel hinunter zu wedeln, sondern ARD-Ski-Experte zu werden. Der Gewinn für das Erste ist gewiss höher als der für die Berge. Und das Bundesverwaltungsgericht entscheidet, dass sich die Deutsche Fußball-Liga an den Kosten für die Polizei-Einsätze bei den Bundesligaspielen beteiligen muss. Mir ist, als sei das derart normal, dass ich schon wieder darüber nachdenke, ob die in der DFL-Spitze nicht auch ein Problem mit dem Neigungswinkel ihrer Ansichten haben.


Nach der Langzeit-Reise setzt mit zwei Proben im März auch der Normalbetrieb bei Partnerlausch ein. Er hat mir ja trotz der vielen schönen Erlebnisse auf der Südhalbkugel ein wenig gefehlt, mein Lauschepartner, und ich bin froh, dass wir wieder spielen, auch wenn es erst einmal nur in den Wohnzimmern ist. Bei den Ausformungen unserer letzten Geschichte im Programm (für die Insider: als Wernfried und Hildegard von Ruhwedel) entsteht vorzüglicher Quatsch und die Story aus dem Schuhschrank bekommt eine Note, die drei Monate später zu ganz wunderbaren Aussetzern führen wird.


April


Geld muss immer verdient werden. Den Preis für eine der originellsten Methoden dazu geht dieses Jahr an den VfL Gummersbach, der vor der Sanierung seiner Halle auf die Idee kommt, 40x50 cm große Stücke des sechzig Jahre alten und damit historischen Bodens an die Fans zu verkaufen. Der Ausschnitt kostet 18,61 Euro und das entspricht bei Wegfall des Kommas dem Gründungsjahr des Vereins. Ein Extra-Tusch auch dafür! Das Comeback des Jahres leistet Tiger Woods, als er am 14. April zum fünften Mal in seiner Karriere das Masters in Augusta gewinnt. Noch im April 2017 stand er auf Platz 1.005 der Weltrangliste, dem Tiefpunkt seiner Laufbahn. Oh, das passt zu Reinhard Grindel, denn der hat als DFB-Chef ausgemastert. Dass alles seine Zeit hat, das erfährt er, weil er eine sehr teure Uhr besser nicht angenommen hätte. Mit Ehren in Rente gegangen ist dagegen Dirk Nowitzki, der am 11.04. sein 1.522. und damit finales Spiel in der NBA absolvierte.


So viel Sport wie im letzten Absatz geht für mich leider nicht. Krampfbedingt weiterhin kein Golf. Und war ich im späten Herbst des Vorjahres noch happy, vorerst auf Physiotherapie verzichten zu können, hieß es nach einem halben Jahr Pause „the same procedure as every year, Bob!“ Doch diesmal ... oh, Wunder: die Schulter und der Oberarm. Bastian, mein Physio ... ich mag ihn echt, meinen Lieblingskneter, und doch lässt er mich phasenweise wieder fest dran glauben, dass Sadismus eine Teil-Notwendigkeit für seinen Berufsstand ist. Ja, ich weiß ... er meint es ja nur gut.


Das meinten auch viele in Richtung Paris. Unsere Dame brennt, der Dachstuhl von Notre Dame steht in Flammen. Was gab es noch am selben Tag alles an Bekundungen, welche Millionenbeträge für den Wiederaufbau gespendet würden. So beklagenswert der Brand und seine Auswirkungen sind, so sehr warf die überbordende Gaben-Bereitschaft bei mir auch die Frage auf, warum für humanistische oder ökologische Projekte eine ähnliche Spendenfreudigkeit nicht zu beobachten ist. Was bis heute bleibt, das ist die Erkenntnis: Den allermeisten der Ankündigungen folgten sowieso keine Taten. Das ist mies. So oder so.


Mai


Die ... gääääähn. Sorry, ich fang noch mal an. Die Bayern ... gäääääääääääähn. Mei, des is scho a schwerer Satz, gell? Also, erneut: Die Bayern gewinnen zum zwölften ... gäääääääääääääääääähn. Ich brings nicht vollständig raus, ohne mir den Kiefer zu verrenken, also kurz und knapp den Rest: Mal das Double. So, geschafft. Eh total langweilig. Ach, guck, der Fahrstuhl ist da. Die Tür geht auf und wer steht drin: Der 1. FC Köln. Kommt wieder mal aus dem Keller hoch. Es gibt so Vereine, die haben vor den Aufzügen schon eigene Fußmatten. Aber schön, dass er zurück ist.

Theresa May gibt unter Tränen draußen auf der Straße vor ihrem Büro den baldigen Rücktritt bekannt, nachdem die 251. Abstimmung im Unterhaus über ihren Brexit-Deal nicht befürwortet wurde. Ein paar Häuser weiter gibt es Zuwachs. Der Sohn von Meghan und Prinz Harry heißt Archie Harrison. Ist das eine Anlehnung an die Komödie mit Burt Lancaster und Kirk Douglas „Archie und Harry – Sie können’s nicht lassen“? Wer auch gezeigt hat, dass er was nicht lassen kann, das ist Heinz-Christian Strache in einem Filmstreifen auf Ibiza. Mit seiner Korruptionsbereitschaft smasht er die Koalition in Österreich und beweist einmal mehr, dass Rechtsnationale keinerlei Regierungsfähigkeit besitzen. Ach ja ... da ist auch noch ein blaugesträhnter junger Mann namens Rezo. Sein Video „Die Zerstörung der CDU“ hat zwar nicht die Partei zerstört, vermutlich aber einige Stimmen bei der Europawahl gekostet. Die Meinung von AKK, um drei weitere Buchstaben einzuwerfen, man müsse über die Regulierung von Meinungsäußerungen vor Wahlen nachdenken, ist eines der fulminanten Eigentore des Jahres. Im Grundgesetz nachlesen, das hätte geholfen, die peinliche Schlagzeile zu verhindern.

Da bin ich nun schon so lange Mitglied bei den Ofenmachern im Verein, aber erst nach neun Jahren fahre ich zum ersten Mal zu einer Versammlung nach München. Als neuer Schatzmeister muss und möchte ich mich mal sehen lassen. Kurz drauf muss ich aber wieder daheim sein, denn ER spielt auf!! Mein Godfather of Guitar performt in der Köln-Arena. Die beiden Partnerlauscher samt Ehefrauen sind live dabei und genießen einen Abend die Klänge des Meisters. Wir befürchten, es ist sein letzter Auftritt in Köln gewesen. Mark Knopfler wirkt alt, obwohl „erst“ 69, wenn er so über die Bühne schlurft. Sein äußerliches Wirken hat hörbar keine Einschränkungen auf seine Musikalität und Fingerfertigkeit, doch er scheint müde, körperlich erschöpft. Wir werden sehen, ob er noch einmal kommt. Und ganz gewiss auch wieder am Start sein, wenn er es ist. Auch Partnerlausch ist on stage, die Zuschauerzahl im Bochumer Zauberkasten ist etwas geringer als in der Kölner Arena. Aber der Abend ist nicht weniger schön.


Juni

Vielleicht war der Ausverkauf des Hallenbodens das falsche Signal. Der VfL Gummersbach steigt zum ersten Mal in seiner ruhmreichen Geschichte aus der Handball-Bundesliga ab. Ob der Verkauf von Heiner Brands Schnurrbart womöglich noch mehr eingebracht hätte, um den Klassenerhalt zu sichern? Man weiß es nicht. Auch die Fußball-Frauen Deutschlands sind raus. Bei der WM. Schon im Viertelfinale und damit genau ein Spiel zu früh, um sich für Olympia 2020 in Tokio zu qualifizieren. Und das als Titelverteidigerinnen! Schade! Dafür wird ein Deutscher Champions-League-Sieger, nämlich Jürgen Klopp mit seinem FC Liverpool. Sie bauen an seinem Denkmal am Stadion, bis zu den Oberschenkeln steht die Statue schon.

Bis zum Urlaub am Niederrhein hätte ich nicht gedacht, dass irgendetwas Xanten und die Südsee vereint. Wir schippern auf ihr ebenda. Für die Nordsee reicht es – trotz bezahltem Ticket – nicht, weil die Schleuse klemmt. What a pity! Aber wir können ja wiederkommen. Einstweilen genießen wir den Kurpark und die malerische Szenerie am Schloss Moyland, sitzen immer wieder am Rhein und schauen den Schiffen zu, weil ihr Tuckern so beruhigend wirkt. Schon eine Woche später wird es aufregender. Ich empfinde es bis heute als einen Ritterschlag in meiner künstlerischen Biographie: den Auftritt im Bürgerhaus Stollwerck. Da, wo auch überregionale Größen in den Anfängen ihrer Laufbahnen spielten. Vor annähernd dreißig Jahren war ich dienstlich hier, jetzt nehme ich in den Sesseln Backstage Platz und gehe dann raus ins Scheinwerferlicht, zusammen mit meinem Freund Leslie Sternenfeld als Duo Partnerlausch. Bei einer Nummer läuft derart viel schief ... alle im Saal lachen bis zum Kugeln. Kannste nicht nachmachen. Ist einmalig. Aber nicht unser Auftreten dort, denn schon beim Abbauen lässt man uns wissen, dass wir unbedingt wiederkommen sollen. Genial!


Das gilt auch für das Ergebnis der Wiederholungswahl in Istanbul. Ekrem Imamoglu wird als Bürgermeister der Stadt bestätigt und ist der gewählte Dorn im Fleisch des Kalifen in Ankara. Gut so! Was es bedeutet, für seine Werte einzustehen, dass musste leider der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke erfahren. Mit seinem Zitat bei einer Bürgerversammlung in Richtung der Staatsbeschimpfer, Allesschlechtreder und Menschlichkeitsverweigerer zog er sich den Zorn der Neofaschisten zu und wurde dafür, fast drei Jahre nach dem Ausspruch, vor seinem Haus mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Wir leben in einem Land, das seine ach so hohen Werte mit so etwas selbst auf den Müll wirft. Diejenigen, die sich als Bewahrer sehen, sind die Totengräber von Demokratie und humanistischem Verhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Erschütternd.


Juli


Nicht weniger dramatisch ist der Tod des Achtjährigen, der in Frankfurt von einem Verwirrten vor einen Zug geschubst wird und stirbt. Wahlweise die Schwertattacke von Stuttgart. In mir mehren sich die Anzeichen für einen starken Wunsch, wieder nach Neuseeland zu gehen, auch wenn dort der März schrecklich war. Selbst Angela Merkel zittert bei öffentlichen Auftritten und es macht einem einfach Sorgen beim Zusehen, auch wenn sie hinterher behauptet, sie sei ok. Zuversichtlich dürfen wir dagegen sein, weil nun in Europa alles besser wird. Die ehemalige Bundes-Uschi wird jetzt die Euro-Uschi und übernimmt die EU-Kommission. Dass damit die Wahlentscheidungen der Menschen in den 28 EU-Staaten quasi weggeworfen werden ... who cares? Sind doch nur Stimmzettelabgeber, das geht scho! Kann ich nen roten Kopf kriegen. Immer noch. Das geht auch in Lingen ganz ausgezeichnet. Am 25. Juli wird ebenda ein neuer deutscher Hitzerekord aufgestellt: 42,6 Grad. Was für ein Glück, dass wir keinen Klimawandel haben, gell Donald?


Heißer Fight auch in Wimbledon. Ich bin selbst Augenzeuge am 14. Juli, als Roger Federer und Novak Djokovic ein Match spielen, das in die Geschichte eingehen wird. Man kann zu Tennis stehen, wie man will, das hier war der Irrsinn in Filzkugeln. Der Schweizer verbrät zwei Matchbälle und verliert im längsten Endspiel aller Zeiten mit 12:13 im fünften Satz. Das Sofa ist ähnlich nass wie die Handtücher der Profis. Die Fußball-Ladies der USA werden Weltmeisterinnen und sind beim Trumpeltier in der Hauptstadt nicht willkommen, weil die rosahaarige Megan Rapinoe ihren Präsi durchschaut hat. Der pöbelt in bekannter Manier, den Applaus aber kriegen die Damen in New York. Da lässt sich eh besser feiern als in Washington. Well done!


Ende des Monats, mitten im erhofften Schönwetter-Sommer, soll er stattfinden, die Premiere von Partnerlausch-Geschichten unter freiem Himmel. Es kommt anders in Wesseling. Es regnet nämlich und wir ziehen Plan B der Veranstalter, weichen aus in das Esszimmer. 23 Zuschauer passen da rein, wo sie eigentlich kaum reinpassen. Der erste sitzt direkt zu unseren Füßen! Aber es ist eine wunderbare Stimmung und wir spielen uns in die Herzen der Besucher beim Literarischen Hof. Gerne kommen wir mal wieder!


Tja und dann noch ein bisschen Historisches im eigenen Sinne. Am 21. Juli blicke ich auf dem Platz des GC Ford in Köln-Roggendorf die Bahn 1 hinunter. Es ist mein erster Start auf eine 18-Loch-Runde nach 1 ¾-Jahren. Möglich wurde das erst durch einen Besuch in Borken im dortigen Krankenhaus (der war allerdings schon Ende Juni). Der Spezialist dort weiß vielleicht, warum ich immer diese Krämpfe kriege. Er wusste es nicht, empfahl aber eine Verdreifachung der Dosis des Medikamentes, das ich seit März 2018 nehme. Mit dieser freundlichen Unterstützung aus dem Hause Ratiopharm wurde nach und nach auch Golf wieder denkbar. Ein zaghafter Besuch auf der Driving Range, am 6. Juli eine 9-Loch-Runde ... und dann die erste volle. Auf besagter Bahn 1 spiele ich zum Auftakt einen Schneemann, so nennt man eine 8. Ich glaub, es war auch ein Par 8. Na, is ja auch egal ... Hauptsache ich bin zurück!


August


Es folgen drei weitere Golfrunden, alle geprägt vom Versuch, ein bisschen den Touch und das Timing für die Bewegung zurückzugewinnen. Ein wenig erinnert mich alles an meine Anfangszeit in diesem Sport, denn es gibt größere Phasen, da klappt es ganz gut und dann wieder überhaupt nicht. An einem verlängerten Wochenende im Wittgensteiner Land (Feudingen, nahe Bad Laasphe) nehme ich eine Trainerstunde bei Jochen, meinem Golf-Guru. It has been lovely. Ganz am Ende des Monats löse ich noch rasch einen fünf Jahre alten Gutschein ein, den ich mal ausstellte. Mit Schwesterchen Katharina besuche ich den Geysir in Andernach, nicht ganz frei von der Erkenntnis, dass die Stadt in erster Linie auf Publikum eingestellt ist, das im Schnitt sogar noch etwas oberhalb meiner Altersklasse liegt.


Der nächste fragwürdig Frisierte betritt die politische Bühne und seine Ansätze sind den amerikanischen durchaus ähnlich. Hauptsache laut und Fakten stören eh nur. Boris Johnson, frisch ins Amt gekommen, nimmt am G7-Gipfel in Biarritz teil. Die Gipfel-Ergebnisse entsprechen in ihrer Erfolgsausrichtung denen des Brexit. Lösungen dagegen präsentieren andere, wie etwa Schalke-Boss Tönnies, der bei einer Rede für Anreize in Richtung der Afrikaner plädiert, damit diese aufhören Kinder zu produzieren, wenn es dunkel ist. Manchmal möchte man einfach einen Schirm aufmachen, um nicht von so viel Unsinn getroffen zu werden. Den spannen auch sehr viele Menschen in Hongkong auf, gehen für Demo-kratie-Versuche in China auf die Straße und erhalten eine Antwort. Regime sagt man immer, wenn es undemokratisch ist, ansonsten sagt man Regierung. In China ist es, glaub ich, Regime. The streets are on fire. Und in Südamerika brennt der Regenwald. Auch nicht besser.


Lichtblick ist wieder mal ein Zeichen der fortschreitenden Gleichberechtigung. Ausgerechnet in Istanbul. Dort pfeift die Französin Stephanie Frappart das Supercup-Finale der UEFA zwischen den Jungs aus Chelsea und Liverpool. Und sie macht das großartig. Jetzt müssen die Buben nur noch lernen, weniger zu schauspielern, dann wäre es noch besser. Aber da hat die Frau ja keine Aktien drin.


September


Auch in diesem Monat wird wieder was durch die Pfeife geblasen. Ein Whistleblower hat dennoch eine andere Wirkungsweise als Madame Frappart, vor allem, wenn er Details eines Telefonates zwischen einem Amerikaner und einem Ukrainer preisgibt. Wie schon beim Bericht des Sonderermittlers Mueller einige Zeit zuvor, als es um die Beeinflussung der Präsidentenwahl durch Russland ging, überbieten sich die zwei Parteien in den USA bei der Deutungshoheit der angeblichen Geschehnisse. Der eine will nichts gemacht haben, für die anderen ist genau das so ähnlich wie Hochverrat. Donald und Nancy hocken im Sandkasten, die vielen Eltern der beiden außen drumherum. Und alle giften sich an. Das Blödeste daran ist, dass man jetzt bereits sehen kann, wie es sich unglaublich aufbauschen und doch zum Schluss in einem überhitzten Big Bang verpuffen wird.


Apropos überhitzt. Katar ist ein wunderbarer Ort für sportliche Höchstleistungen. Ein menschenfreundliches Regime kauft sich da Nationalmannschaften und Sportereignisse zusammen, um alles bei an die 40 Grad werbewirksam köcheln zu lassen. Die Welt darf dabei zusehen und im Glitter der Siegerehrungen stehen die frischgebackenen Weltmeisterinnen und Weltmeister der Leichtathletik sorgsam abgepudert da, damit sie bei ihrer Freude nicht zu sehr schwitzen. Und schon sind die Sklavenarbeiter vergessen, die das Stadion errichtet haben. Ach hätten sie doch bloß eine Regierung da in Katar, vielleicht würde das Zusehen ein bisschen mehr Spaß bereiten ... trotz der Hitze. Sie haben aber bloß ein Regime.


Sonne auch auf Pelle. Ja, doch! Zwei wunderbare Tage lang. So nennen die Pellwormer ihre Insel und ich hatte die Freude, sie und das Eiland ein bisschen kennenzulernen. Mein Ofenmacher-Verein braucht eine Zukunftsstrategie und wo könnte man die besser gedanklich formen, als an einem Ort, an dem einem frischer Wind durchs Oberstübchen pustet. Den kann man im Wattenmeer als gesetzte Größe ansehen. Mit meiner Planung hab ich mir allerdings selbst einen Tag geklaut, weil ... wer wegen Zugverspätungen in Strucklahnungshörn doch das letzte Schiff nicht mehr erreicht, der muss halt noch eine Nacht auf dem Festland ein Plätzchen suchen. Es war trotzdem schön auf Pelle ... ich werde wiederkommen.


Oktober


Auch im sechsten Anlauf war ich erneut nicht der Mörder! Aufmerksame Leser meiner Rückblicke wissen mittlerweile, dass ich immer wieder mal an Krimi-Dinners teilnehme. Noch nie durfte ich lügen bis zum Balkenbiegen! Na ja, liegt mir eh nicht. Noch was anderes liegt mir auch nicht. Nachdem ich im Zusammenhang mit Fridays for future und Greta Thunberg bei Facebook Kommentare von Arbeitskollegen las, die nicht weit entfernt von Todeswünschen waren, riss bei mir der Faden. Seit dem 23. Oktober lebe ich ohne das ach so soziale Netzwerk. Und soll ich euch was sagen? Geht super! In den ersten Tagen etwas ungewohnt, aber danach kein Problem mehr. Auf Instagram bin ich jetzt vertreten, aber das ist völlig anders und stresst mich nicht. Ein bisschen Stress war der Auftritt von Partnerlausch in der Kulturkirche in Herrenstrunden. Hier daheim war es eigentlich warm, aber in der Kirche eiskalt, trotz 25 Grad Außentemperatur. Das Publikum saß unter Decken auf kargen Bänken.


Meine Heimatstadt Bergisch Gladbach erlangte zudem bundesweite Bekanntheit durch Leute, die Kinderpornos horten. Abartigkeit gibt es leider auch gleich nebenan, das ist trotz globalisierter Welt die ernüchternde Erkenntnis. In Nordsyrien startet der türkische Diktator seine „Operation Friedensquelle“. Was für ein verhöhnender Name und zurecht zieht er sich den Zorn auch seiner ganzen Bündnispartner zu. Zumal vermutlich eh mehr die Ölquellen gemeint sind, an die er Frieden dran operieren will. In Thüringen wird die AfD derweil um ein Haar stärkste Partei. Auch mein Besuch in Erfurt ein Wochenende vor den Wahlen hat das nicht verhindern können. Die Landeshauptstadt ist echt schön, aber die Leute da stimmen seltsam ab. Ach ja ... Neuwahlen ... die beschließt man nach der 457. Verschiebung des Brexit. Im Dezember werden die Briten an die Urne gehen.


Kennen Sie Simone Biles? Die hat am Stufenbarren bei der Turn-WM in Stuttgart komplett versagt! Das muss so deutlich gesagt werden, weil ansonsten überhaupt nicht mehr auszuhalten ist, dass sie alle anderen Wettbewerbe mit der Goldmedaille um den Hals abschließt. Eine 1,42 Meter „große“ Frau aus Amerika turnt den wahrlich nicht schlechten Rest der Welt in Grund und Boden. Bemerkenswert. Da gerät fast zur Nebensache, dass Bastian Schweinsteiger seine Karriere beendet hat. Sein derber Cut auf der Nase und seine heroische Leistung im WM-Finale von Brasilien werden mir immer in Erinnerung bleiben. Und der wohl skurrilste Namen im Fußball eh.


November


Machen wir doch gleich mal mit dem FC Bayern weiter. Für gewöhnlich gähne ich ja nur bei der Nennung (siehe oben). Aber wenn nach 49 Jahren durchgehender Werktätigkeit für den Verein, unterbrochen nur von ein wenig Inhaftierungszeit, die Ära Uli Hoeneß zu Ende geht, dann ist das selbst mir eine Erwähnung wert. Ich mochte ihn nie, ein Macher ist er trotzdem. Beim Habe-fertig-Monat (ein historischer Dank an Giovanni) beendet auch Herr Kovac sein Engagement nach einer krachenden Watsch’n ausgerechnet in Frankfurt. Hansi ran zum Flick(en), bitte!


Wer hat je schon mal was von Nuttlar gehört? Klingt irgendwie unanständig, oder? Ist es aber nicht. Ist nur hoch. 115 Meter, um genau zu sein. Und ist die jetzt freigegebene höchste Autobahnbrücke Nordrhein-Westfalens auf der A 46 zwischen Bestwig und Olsberg. Weniger hoch ist die beschlossene Grundrente. Wer mindestens 35 Jahre eingezahlt hat, der bekommt minimum 1.250 Euro raus im Monat. Immerhin. Sonst wäre mehr Ebbe in der Kasse als auszuhalten. Mehr Flut hatten die Venezier, wobei es schon irgendwie bizarr klingt, wenn eine Zeitungsschlagzeile verkündet: „Straßen in Venedig unter Wasser“. Da hatte ich erst einmal ein „Ach, was für’n doofer Witz“ auf den Lippen. Mit dem Satz muss man ja vorsichtig sein. Nachdem zum Abschluss von gefühlten 831 Regionalentscheiden über 257 Kreis- und 55 Landesabstimmungen und dem Auszählen von 7.544.216 Stimmzetteln Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken als neues Führungsduo der SPD gekürt ist, scheint der Weg zurück zu zweistelligen Ergebnissen ja vorgezeichnet. Das mit den Stimmzetteln entspricht übrigens etwa den 17,71-fachen der wirklichen Mitgliederzahl der Partei und wird hiermit offiziell als Fake markiert.


Eine richtig schöne Fahrt gab es dieses Jahr noch und zwar in die Gegend von Limburg, genau gesagt nach Weinbach. Die Mehrschlägeritis-Truppe ist mal wieder auf Tournee. Krimi-Dinner ist das eine, aber Escape-Room das andere! Die komplette Mannschaft hat Prison-Break in 57 Minuten gelöst und dabei noch gut drei an Rest-Zeit auf der Uhr!! Das war ein echt cooles Erlebnis und einfach einer toller Team-Erfolg. Später noch ein richtig abwechslungsreicher Outdoor-Minigolfplatz (die Bahn 14 wird immer mein Waterloo bleiben!) und Shuffleboard, so eine Art Curling ohne Eis ... hey, jede Menge Bewegung! Was bei dem ganzen Gefutter zwischen Freitag und Sonntag allerdings auch zwingend notwendig war. Gegen Monatsende dann ein Seminar-Wochenende in Bonn bei meinem Erzähl-Guru Peter Glass. Szenische Improvisation und Körpersprache. Apropos ... mein Körper hat im November noch mehr gesprochen. Leider anders, als gewünscht. Schon in früheren Rückblicken bin ich offen damit umgegangen, weil es schlichtweg zu meinen Jahren gehört: die dunklen Phasen sind zurück. Depri is back. Liegt vielleicht auch an der Jahreszeit.


Dezember


Seit über drei Jahrzehnten arbeite ich jetzt für eine Kommune. Und ich weiß, dass das Aufgabenspektrum echt groß sein kann. Aber Hunde über Ebay verticken ... das hab ich noch nicht gehört. Der Mops Edda wird als gesundes Hundi von der Stadt Ahlen für knapp 700 Euro verkauft nach Wülfrath. Da heißt das fellige Mädel dann Wilma und ist plötzlich krank, braucht mehrere teure Augenoperationen. Frauchen fühlt sich getäuscht und verklagt die Stadt auf Übernahme der Arztkosten. Merke: Wer kommunale Möpse kauft, der mache vorher einen Sehtest! 


Den brauchte man für das „Familienfoto“ in Watford nicht. Da feierte die NATO ihren 70. Geburtstag und auf dem Bild lächelt niemand. Ich meine ... NIEMAND. Der trampelige Ami ja eh nicht, aber auch sonst keiner. Wer mag denn auf so ne Party gehen? Auch Boris Johnson war da, aber der hatte erst eine Woche später Grund zum Strahlen. Dann aber so richtig. Sein „Get Brexit done“ zog. Absolute Mehrheit und nun kann er machen, was er will. Ich finde ihn unsäglich, aber das Gezerre um den Austritt der Briten, das seit Jahren andauert, das ist noch schlimmer und so bin ich auch ein kleines Stück dankbar, dass es nun bald ein Ende hat. Über das Geld wird man sich noch Dekaden zanken, aber erst einmal ist es geschafft. Bald. Hoffentlich.


Die Russen dürfen die nächsten vier Jahre nirgends mitmachen beim Sport. Und auch nichts ausrichten. Es gibt erdrückende Beweise für staatlich organisiertes Doping, aber man gefällt sich in Moskau weiter als Opfer einer Intrigen- und Verleumdungskampagne des Westens. Die sind echt BEknackt da. Die Phalanx der Männer GEknackt hat Fallon Sherrock bei der Darts WM im Londoner Alexandra Pallace. Die 25-jährige Mutter eines autistischen Jungen wird als erste Frau überhaupt im Starterfeld zugelassen und wirft gleichmal zwei Herren raus, bevor sie in Runde 3 dann doch passen muss. Aber was sie gezeigt hat, das verdient größten Applaus! Gilt ausnahmsweise auch mal für den 1. FC Köln, der im Dezember in einer englischen Woche aus drei Spielen neun Punkte mitnimmt. Als dass das letzte Mal der Fall war, da gab es noch keine Geschichtsbücher, drum sei es hier erwähnt. Außerdem soll man ja möglichst mit was Positivem aufhören.


Womit ich am Schluss angekommen wäre. Es war eines der guten Jahre in dieser zu Ende gehenden Dekade. Definitiv das mit der schönsten Reise. Und auch wenn es gerade zum Ende hin wieder etwas schwieriger ist, so blicke ich doch voller Hoffnung nach vorne und bin gespannt, was die Zwanziger bringen. Die Zwanziger ... das hört sich schön an. So jugendlich, oder?


Wie immer Dank fürs Lesen und von Herzen alles Gute für 2020!

Robert

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